Chronik

Foto Seitz Chronik

ZEITUNGSARTIKEL ZUM 75 JÄHRIGEN BESTEHEN VON FOTO SEITZ
Der Weg zum Erfolg

Seitz Zeit… dann brach der zweite Weltkrieg aus, den Ernst Dittmer von Anfang an miterlebte. Wie sehr seine fachmännischen Kenntnisse gefragt waren, ist allein daraus zu ersehen, daß er während der ganzen Kriegsjahre in seinem Beruf, im Luftbildwesen einer Luftflotte, tätig sein konnte. Ganz nebenbei kommt damit ein neues Gebiet zum Ausdruck, das sich die Fotografie mittlerweile erobert hat und das über Weltkriegsaufklärer und die amerikanische * U2 * bis zu den Weltraum- und Mondfotos unserer Tage reicht.
Während des zweiten Weltkrieges, als Nürnberg in Schutt und Asche sank, wurde auch das Geschäftshaus des Photohauses Seitz in der Pfannenschmiedsgasse, einschließlich der beiden Ausweichlager, vollkommen zerstört. Behelfsmäßig wurde das Geschäft im mittelfränkischen Hilpoltstein, wohin Hanns Seitz evakuiert war, weitergeführt, bis Kriegsende und Kapitulation auch diesem letzten Funken unternehmerischer Initiative ein Ende bereiteten. Doch das Nürnberger Photohaus Seitz war nicht kleinzukriegen. Bereits im Jahre 1946 wurde das Geschäft in der kriegszerstörten Wohnung des Gesellschafters Ernst Dittmer, Welserstraße 47, weitergeführt und um die Zeit der Währungsreform im Jahre 1948 eröffnete das Photohaus Seitz im Hause der Firma Wüst & Thaufelder in der vorderen Sterngasse ein neues Ladengeschäft. Die Dunkelkammern, kurzum Foto Seitz Chronik - Seit 1981der gesamte technische Betrieb der Firma, befanden sich damals noch in der Leonhardtstrasse, bis nach dem behelfsmäßigen Aufbau des zerstörten Geschäftshauses in der Pfannenschmiedsgasse der Betrieb wieder dorthin verlegt werden konnte. Als jedoch die Grundzüge für den Wiederaufbau der Innenstadt festgelegt wurden, fiel das bisherige Geschäftshaus des Photohauses Seitz ebenfalls diesen übergeordneten Interessen zum Opfer. Für den Neubau des Kaufhofes wurde auch ein Teil des Grundstückes Pfannenschmiedsgasse 9 benötigt, sodaß das Photohaus Seitz nach langwierigen Verhandlungen als Ersatzgrundstück das Anwesen Pfannenschmiedsgasse 3 zur Verfügung gestellt bekam. Hier hat dann das Photohaus Seitz sein neues Geschäftshaus zunächst bis zur ersten Etage aufgebaut, doch bereits im Jahre 1954 wurde der Neubau aufgestockt, der heute, mit seinen vier Etagen, ausschließlich der Fotografie dient. Während im Parterre die Verkaufsräume untergebracht sind, beherbergt das erst Stockwerk die Vorführ- und Demonstrationsräume, sowie sämtliche Büros. Alle anderen Stockwerke wurden für den Ausbau der Schwarz-weiss- und Color-Labors gebraucht, deren Erzeugnisse heute von tausenden von zufriedenen Kunden geschätzt werden. In den Labors des Photohauses Seitz wird mit den modernsten Maschinen gearbeitet und zwar zum Teil mit Tageslicht-Kopier-Automaten und mit Tageslicht-Entwicklungsmaschinen.

Eines der ersten Color-Labore Deutschlands

Foto Seitz Chronik 1891 Foto Seitz Chronik 1891 Konrad

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einige Monate zuvor, im April 1935, trat Herr Ernst Dittmer in nähere Beziehungen zur Firma Photohaus Seitz und wurde später auf Grund fester Abmachungen und technischen Könnens ständiger Mitarbeiter und Gesellschafter. Er stellte die Arbeitsweise der Firma Seitz auf eine neue technische Grundlage. Eine neue Ära begann. Der kaufmännische Weitblick von Herrn Hanns Seitz, gepaart mit dem fachlichen Wissen von Herrn Ernst Dittmer, schufen die besten Voraussetzungen zum Fortbestand der Firma. Im Photohaus Seitz blieb man nie stehen, stets haben sich die Chefs und ihre Mitarbeiter der Weiterentwicklung der Fotografie angepaßt und sind auch heute, wie anno 1891 Konrad Gottlieb Seitz – auf der Höhe ihrer Zeit. Dabei ist die Firma nicht nur die „Heimat“ aller guten und ernsthaften Amateur-Fotografen, sondern war mit ihren Fachabteilungen auch stets bemüht, die nordbayerische Industrie bei ihren Forschungsarbeiten zu unterstützen.

Sicher, es gibt heute Fotohäuser, die die Zahl der 50 Beschäftigten des Photohauses Seitz um ein Vielfaches übertreffen. Sicher gibt es auch Firmen der gleichen Branchen, deren Umsätze weitaus über denen des Photohauses Seitz liegen. Doch sicher gibt es keine Firma, die für sich in Anspruch nehmen darf, in der Qualität ihrer Leistung dieses alteingesessenen Nürnberger Photohauses zu übertreffen. Ganz bewusst haben sich die Chefs der Firma Seitz seit Jahrzehnten dagegen zur Wehr gesetzt, in der Massenproduktion von Amateuraufnahmen zu ersticken. Das Photohaus Seitz ist trotz aller Beliebtheit ein Mittelbetrieb geblieben, weil nur diese Betriebsgröße nochüberschaubar ist , weil nur diese Betriebsgröße die Garantie dafür bietet, daß nur erstklassige Arbeit geleistet wird. Im Photohaus Seitz ist bei aller moderner Technik noch immer der Mensch, der Foto-Fachmann Mittelpunkt allen produktiven Schaffens und wird es, selbst bei fortschreitender Automatisierung und Technisierung auch bleiben.

Foto Seitz Chronik Haus 3

Denn wenn auch ein Belichtungsautomat in der Dunkelkammer zuverlässiger und präziser zu arbeiten vermag, als jeder Laborant oder jede Laborantin, so vermögen Maschinen und Automaten niemals die schon künstlerische Intuition ersetzen, mit der im Photohaus Seitz stimmungsvolle Bilder und Ausschnittvergrößerungen erzeugt werden. Wie die fotografische Aufnahme selbst, ist auch ihre Wiedergabe ein individueller Schaffensprozeß, der sich niemals durch Maschinen ersetzen läßt. Gerade in unserer Zeit, in der die Fotografie sich immer weiter von einer bloßen Aufzeichnung von Gegebenheiten entfernt, in der sie durch künstlerische Bildauffassung und neue Techniken zu einem gestalterischen Ausdrucksmittel wird, gewinnt auch die Ausarbeitung dieser Fotos eine neue Bedeutung. Das Photohaus Seitz, das in den über sieben Jahrzehnten seiner Geschichte schon stets diesen Weg gegangen ist, wird auch in Zukunft keinen Schritt davon abweichen. Die Entscheidung zwischen Massenproduktion und hochwertigen Fotoarbeiten, die selbst kritischster Prüfung standhalten können, ist bei dieser Firma längst gefallen. Wer dies als Konservatismus auslegen will, der hat das Wesen echter Fotografie, die Ausdrucksmittel, die sie bietet, noch nicht erkannt. Echte, ernsthafte Fotoamateure dagegen wissen, welchen Partner sie im Photohaus Seitz haben. Apropos Konservatismus: Diesen Vorwurf hat sich das Photohaus Seitz in den 75 Jahren seines Bestehens noch nie machen lassen müssen und heute kann sie ihn entschiedener als je zurückweisen. Ein Beispiel nur, wie sehr Foto Seitz Chronik Zeitungdie Jubiläumsfirma mit der Fotografie jung geblieben ist: Das sogenannte „Zweiblattverfahren“, eine der Sensationen der erst vor kurzem beendeten Photokina in Köln, hat bereits seit dem Frühjahr dieses Jahres im Nürnberger Photohaus Seitz einen überzeugten Befürworter gefunden. Das Photohaus Seitz ist einer der Pioniere des „Zweiblattverfahrens“, das geeignet ist, die Fototechnik zu revolutionieren.

Die Firma Ciba-Ilford hat dieses Verfahren entwickelt. Es nennt sich „Ilfoprint“ und kann innerhalb von zehn Sekunden ein hochwertiges Papierbild liefern, oder zwanzig in nur dreieinhalb Minuten. Einfacher geht’s nicht mehr. Vom Negativ wird ein Blatt Ilfordprint-Papier belichtet, anschließend in die Verarbeitungsmaschine gelegt und zehn Minuten später ist der Abzug fix und fertig. Wie ist das möglich? Ohne langwieriges Entwickeln, Wässern und Fixieren. Nun, Ilfoprint beruht auf dem Stabilisationsprinzip. Bei den konventionellen Verarbeitungsverfahren mit den Phasen Entwickeln, Fixieren, Wässern und Trocknen, müssen nach der Entwicklung die unbelichteten, vorerst noch unlöslichen Bromsilbermoleküle in lösliche Form überführt und entfernt werden. Der neuartige Stabilisationsprozeß mit den Phasen Aktivation und Stabilisation umgeht diesen aufwendigen Vorgang, in dem die unbelichteten, unentwickelten Bromsilbermoleküle, die von Natur aus unstabil und lichtempfindlich sind, in Sekundenbruchteilen in stabile und lichtempfindliche Moleküle verwandelt werden, die nicht aus der Emulsion entfernt zu werden brauchen. Das Geheimnis von „Ilfoprint“ liegt deshalb im Papier, das aus dem seit Jahrzehnten bewährten, robusten Ilford-Schichtträger und einer Stabdard-Bromsibler-Emulsion besteht, in der Entwicklersubstanzen und andere Zusätze, welche die ausgezeichnete Haltbarkeit ermöglichen, beigefügt sind. Durch sorgfältiges individuelles Abstimmen der verschiedenen Schichtkomponenten wurde es möglich, eine alle Bedürfnisse deckendes komplettes Sortiment von Ilfordprint-Papieren zu schaffen. Die Direktzugabe des Entwicklers in die Emulsion stellte einige Probleme, die nur durch Einsatz von sauerstoffbindenden Hydrochinon gelöst werden können. Der in die Emulsion eingebaute Hydrochinon-Entwickler beginnt mit dem Entwickeln der exponierten Bromsilberkristalle in dem Moment, da der alkalische Aktivator in der Verarbeitungsmaschine mit der Emulsion in Berührung tritt.

Doch nach diesem kurzen, technischen „Ausflug“ zurück zum Photohaus Seitz, das durch Jahrzehnten bewiesen hat, daß es Pioniertaten auf dem Gebiet der Fotografie stets unterstützt und frühzeitig erkannt hat. Wer sich heute ernsthaft mit der Fotografie oder dem Filmen beschäftigt, wer bei jedem Kamera-oder Filmkauf fachmännischen Rat nicht entbehren kann – das kann selbst der Experte nicht – der ist im Photohaus Seitz bei seinem geschulten Personal, an der richtigen Adresse. Wer gute Ergebnisse erzielen will, ob er nun fotografiert oder filmt, wer Freude an der Fotografie erleben möchte, der wird feststellen, daß das Photohaus Seitz trotz 75-jähriger Tradition mit der Fotografie jung geblieben ist.

Quelle: Zeitungsartikel zum 75-jährigen Bestehen der Firma Foto Seitz.

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